Wirkung in Verstärkern und Signalverarbeitung
In Verstärkern und analogen Signalstufen treten dieselben physikalischen Effekte auf wie in Frequenzweichen – doch ihre Wirkung ist oft noch unmittelbarer, weil hier Spannungen, Ströme und Feldstärken dynamisch verstärkt werden. Jede kleine Modulation in C(t), L(t) oder R(t) wird also ebenfalls verstärkt – als subtile Veränderung im Signal.
Makro-Mikrofonie
Makro-Mikrofonie entsteht überall dort, wo Bauteile mechanisch angeregt werden: durch Körperschall, Luftschall oder Schwingungen des Gehäuses. In Röhrenverstärkern kennt man das als „mikrofonierende Röhre“, doch auch Elektrolytkondensatoren, große Folienkondensatoren, Schaltkontakte oder Potentiometergehäuse reagieren empfindlich. Mechanische Bewegung verändert Abstände und Kontaktflächen – Kapazität und Widerstand schwanken periodisch, es entsteht eine unerwünschte Signalmodulation.
Mikro-Mikrofonie
Mikro-Mikrofonie wirkt eine Ebene tiefer – im Inneren der Materialien. Die Polarisation der Dielektrika in Kondensatoren, die Gitterspannungen der Widerstandsschichten, magnetostriktive Effekte in Ferritkernen und selbst die piezoresistiven Änderungen in dünnen Metallfilmen erzeugen zeitabhängige Änderungen C(t), L(t), R(t). Diese Mikrobewegungen liegen im Mikro- bis Submikrometerbereich, sind aber durch Modulation und Intermodulation im Hörband wirksam. In Verstärkerschaltungen führen sie zu feinen Phasen- und Amplitudenschwankungen – kaum messbar, aber hörbar als Verlust an Klarheit und Raumtiefe.
Hinzu kommen die materialspezifischen mikro-mikrofonischen Effekte, die wir durch unsere besonderen patentiertenLegierung harmonisieren und durch gezielt abgestimmte Prozessführung bei der Herstellung der Leiter minimmieren.
Elektrotechnische Parameter
Elektrotechnische Parameter bestimmen die Stabilität dieser Prozesse. In Netzteilen spielen besonders Elektrolytkondensatoren eine zentrale Rolle. Ihre klassischen Kennwerte – Kapazität, ESR, ESL, Leckstrom, Temperaturdrift und Alterungsverhalten – entscheiden über Reaktionsgeschwindigkeit und Stromlieferfähigkeit. Eine hohe Eigendämpfung und ein mechanisch stabiler Aufbau verhindern Resonanzen Körperschallkopplung und darauf aufbauende Modulationen des ESR, die bis in das Nutzsignal hineinmodulieren. Deshalb werden bei hochwertigen Audioverstärkern vibrationsgedämpfte Elektrolyte und verstärkte Wickelmechaniken eingesetzt. Geringer ESR und niedrige Induktivität (ESL) und resonanzarmer Aufbau sorgen dafür, dass Stromspitzen ungehindert fließen – entscheidend für die Impulswiedergabe und den Tieftonbereich.
In den Signalstufen selbst dominieren Kondensatoren und Widerstände. Kondensatoren in der Signalführung – etwa als Koppelkondensatoren oder Filterelemente – wirken direkt auf die Linearität und die Phasenstabilität. Ihre dielektrische Absorption kann zu feinen Nachschwingern führen, die sich als leichte Weichzeichnung bemerkbar machen. Die Klangsignatur der Mirkromikrophonie der Metallstruktur wirken sich auf das Gesamtergebnis aus- unkontrolliert willkürlich oder bewust eingesetzt, minimiert und harmonisiert. Widerstände tragen durch Toleranz, Temperaturkoeffizient und Rauschverhalten und Mikro-Mikrofonie zur Stabilität und Klangcharakter bei; piezoresistive und magnetostriktive Effekte können hier feine Amplitudenmodulationen erzeugen. Auch Leiterbahnen und Lötstellen spielen eine Rolle: Mikrospannungen durch Materialspannungen oder magnetische Rückwirkungen beeinflussen Übergangswiderstände und damit die Feinstruktur des Signals. Auch hier spielt die Mikro-Mikrofonie eine wesentliche Rolle.
Zunehmend rücken auch Platinenmaterialien in den Fokus. Kupferlegierungen wie Angelique-Kupfer oder Angelique-Silbergold zeigen verbesserte Leitfähigkeit und geringere Mikromechanik. Ihre Mikrostruktur reduziert Spannungsfluktuationen an den Übergängen und sorgt für eine gleichmäßigere Stromverteilung. Reduzierte und harmonisierte Mikomikrophonie wirken positiv auf das Klanggeschehen. Das Ergebnis ist ein hörbar stabileres, farbärmeres Klangbild – weniger „Eigenklang“ des Materials, mehr Authentizität der Musik.
Fazit
- Makro-Mikrofonie: mechanische Bewegung großer Bauteile, Körperschallkopplung.
- Mikro-Mikrofonie: materialinterne Mikroprozesse, Polarisation und Gitterbewegung.
- Elektrotechnische Parameter: definieren Stabilität, Resonanzverhalten und Reaktionsgeschwindigkeit.
Je weiter man das Musiksignal entlang der Kette verfolgt – vom Netzteil über die Vorstufe bis zur Endstufe –, desto wichtiger wird die Ruhe der Bauteile. Denn in der Verstärkung gilt mehr als irgendwo sonst: Jede Bewegung wird lauter.
Das Ziel bleibt dasselbe: Die Bauteile sollen still bleiben, damit die Musik sprechen kann.
