Technologie

Warum Materialqualität und Mikro-Mikrofonie auch bei digitaler Signalübertragung hörbar bleiben

1. Digitale Signale sind physikalisch analoge Vorgänge

Auch „Nullen und Einsen“ existieren in der Realität nicht als abstrakte Zustände, sondern als Spannungs- oder Strompegel, die über Leiterbahnen und Kabel transportiert werden. Jede 1 und 0 ist also ein Übergang – ein steiler, hochfrequenter Spannungswechsel (z. B. bei 100 MHz bis in den GHz-Bereich). Diese Übergänge sind empfindlich gegenüber Leitungsimpedanz, Übersprechen, Reflexionen, Rauschen und zeitlichen Jittereffekten.

2. Mikro-Mikrofonie und metallurgische Stabilität

In Leitern wirken dieselben Materialprinzipien wie in analoger Signalführung:

  • Mechanische Schwingungen und mikroskopische Gitterspannungen verändern den elektrischen Widerstand (ΔR), die Induktivität (ΔL) und die Kapazität (ΔC) minimal über die Zeit.
  • Diese Änderungen führen zu Zeitfehlern im Übergangsverhalten der Signalflanken – also zu Jitter, der die Präzision der digitalen Taktung direkt beeinflusst.
  • Hochreine Legierungen mit stabiler Mikrostruktur (wie Angelique-Kupfer oder Silber/Gold) reduzieren diese mikroskopischen Schwankungen und damit das Rauschen im Zeitverhalten des Signals.

3. Elektrotechnische Parameter in der Hochfrequenz

Digitale Signale folgen denselben Gesetzen wie HF-Signale:

  • Wellenwiderstand (Impedanz): Jede Diskontinuität (z. B. Steckkontakt, Leiterbahnübergang) erzeugt Reflexionen.
  • Dämpfung (Skin- und Proximity-Effekte): Bei steigender Frequenz fließt Strom zunehmend an der Leiteroberfläche; Materialreinheit und Oberflächenglätte bestimmen den Signalverlust.
  • Dielektrische Eigenschaften der Isolierung: Sie beeinflussen die Signalgeschwindigkeit und Phasenlage (Laufzeitdifferenzen).

Mikro-Mikrofonie im Dielektrikum: Druck- und Temperaturänderungen modulieren die Polarisierbarkeit – kleine C(t)-Schwankungen erzeugen Timing-Noise.

4. Mehr Rechenaufwand = mehr Unruhe

Je höher der Fehleranteil oder Jitter, desto mehr muss der Empfänger (DAC, Interface, Prozessor) nachkorrigieren.

  • Diese Korrekturrechenleistung erzeugt intern mehr Stromspitzen, HF-Rauschen und elektrische Streufelder, die wiederum auf analoge Ausgangsstufen rückwirken.

So entsteht eine Rückkopplung zwischen digitaler Fehlerkorrektur und analoger Wiedergabequalität – technisch messbar als höheres Rauschen oder geringere Kanaltrennung, subjektiv hörbar als flacheres, „angestrengteres“ Klangbild.

5. Mundorf-Bezug: Ruhe durch Materialqualität

Die hochreinen Legierungen und die mechanisch stabilen Geometrien der Mundorf-Leiter (z. B. Angelique-Kupfer, Silber/Gold-Legierungen) wirken in beiden Domänen:

  • Geringere Mikro-Mikrofonie = stabilere Zeitbasis.
  • Gleichmäßige Impedanz = saubere Signalflanken.

Mechanische Ruhe = weniger Reflexionen und Übersprechen. Das Ergebnis: geringere digitale Artefakte, weniger Korrekturaufwand, stabilere Wandlung – und damit „analoger“ empfundene Ruhe, Raumtiefe und Dynamik.

Fazit:

Auch digitale Signale sind Schwingungen – sie atmen, reflektieren, interferieren. Je ruhiger die Materialien, desto präziser die Zeitstruktur, desto geringer der Rechenstress – und desto natürlicher der Klang.